03.06.2012

Ausflüge in die Fotografie #1 - Bildkompositionen


Nachdem ich mir Montagmorgen mit einer falschen Bewegung ganz fies einen Nerv eingeklemmt und dann natürlich infolge von Schmerzvermeidung sämtliche Muskeln verspannt hatte, habe ich hier mal eine Woche den Ball ganz flach gehalten und zugesehen, dass der Alltag mit dieser Behinderung einigermaßen rund läuft.

Nichts desto trotz ist das Fotoprojekt gewachsen und findet heute seinen Anfang.

In den kommenden Wochen möchte ich euch also mitnehmen auf kleine und große



Um eines vorweg zu nehmen:

Ein gutes Bild ist nicht nur mit einer teuren Kamera zu erreichen, sondern durch das Verinnerlichen einiger grundlegenden Faktoren bei der Bildkomposition.

Der wichtigste Schritt dabei ist meines Erachtens, sich an den Fotografien anderer erfreuen und sie zu Lernzwecken auseinanderklamüsern. Was spricht mich an (Bildaufbau, Formen, Farben, Schärfentiefe)? Was finde ich weniger geglückt?

Der zweite Schritt ist, die Bedienungsanleitung von vorn bis hinten lesen und von mir aus wieder zurück :-) Und dann all die Funktionen ausgiebig testen! Damit lernt man nicht nur sein Werkzeug besser kennen, sondern kann auch optimal herausfinden, welche Einstellungen einen am meisten voranbringen. So kann ich je nach gewünschtem Motiv meine Kamera am besten einsetzen.
Je weniger ich im Nachhinein an einem Bild verändern muss, desto besser. Oft genügen wenige Handgriffe. Allerdings bleibt eine Nachbearbeitung immer bestehen, da die Kameras aus technischen Gründen die gewünschte Schärfe nicht liefern können.

Wenn wir uns nun Gedanken um eine gelungene Bildkomposition machen und Fotografien anschauen, fällt schnell auf, dass den meisten guten Fotos eine Aufteilung zugrunde liegt, die wir schon aus der Schule, der Malerei und Architektur kennen und die ihren Ursprung wie so oft in der Natur hat: Der goldene Schnitt!

Er stellt die Unterteilung einer Strecke in einem Verhältis dar, die dem Betrachter als angenehm und wohlproportioniert erscheint.

Um dies auf die Fotos anwenden zu können, habe ich ein Raster gezeichnet, dass ihr gern mitnehmen könnt.




Die waagerechten und senkrechten Linien stellen jeweils die Unterteilung im goldenen Schnitt dar (61,8 : 38,2 %). Die pinkfarbenen Punkte sind bilden die Drittelung der Außenkanten des Bildes (66,67 : 33,33 %).

Da es am Anfang ziemlich schwer ist, den goldenen Schnitt auf das Motiv anzuwenden, kann man sich nämlich an dieser Drittelung orientieren. Als Hilfestellung können dabei die Fokussierungspunkte der Kamera dienen, so fern diese angezeigt werden.

Der Blickfang in einem Bild sollte möglichst entlang der Linien verlaufen oder aber in deren Schnittpunkten liegen.
Ich empfinde Bilder als sehr gelungen, in denen sich das Hauptmotiv zwischen Drittelung und Goldenem Schnitt befindet. Wobei natürlich auch hier wieder jede Menge Ausnahmen kommen werden, auf die ich zu einem späteren Zeitpunkt eingehen möchte.

Zurück zur obengenannten Bildaufteilung anhand von ein paar Fotos.

Das Maiglöckchen von neulich zeigt die Aufteilung recht gut. Die Blüte, die ich anvisiert hatte, um scharf zu stellen, ist die zweite von unten. Wie man anhand der Einteiluung sehen kann, liegt sie optimalerweise genau im Kreuzungspunkt der Linien vom Goldenen Schnitt.
Hinzukommt in diesem Fall allerdings noch die unterstützende Wirkung des Blattes, das vom unteren rechten Bildrand in der Bilddiagonale direkt zu dieser Blüte führt. Ebenso wie der Austritt des Stengels aus dem Blatt, der genau im unteren rechten Kreuzungspunkt des Goldenen Schnittes liegt.



Beim nächsten Bild musste mal wieder der Kleine herhalten:



In diesem Fall liegt das Auge in der Horizontalen zwar nicht genau im Goldenen Schnitt, aber die Mitte zumindest auf der Drittelungslinie (pinkfarbener Punkt). In der Vertikalen nimmt die strichförmige Pupille genau die Einteilung vom Goldenen Schnitt auf.
Der andere für mich wichtige Punkt, die Nase, liegt auf der unteren Linie des Goldenen Schnittes.

Die folgenden Bilder lasse ich mal unkommentiert stehen, vielleicht erschließt es sich ja von selbst. Wenn nicht - fragen. :-)














Ich glaube, jetzt könnt ihr erst einmal ein bisschen rumprobieren. Wenn ihr wollt, nehmt die Vorlage von oben mit, legt sie im Bildbearbeitungsprogramm über eure Fotos und stellt eine niedrige Deckkraft ein, damit ihr eure Motive sehen könnt - 30% sollten reichen. Wenn euer Bild nicht den Proportionen der Vorlage entspricht, ist das kein Problem. Das Linienraster könnt ihr in jede Richtung dehnen oder stauchen wir ihr wollt - es bleibt immer der Goldene Schnitt bzw. die Drittelung.

Viel Spaß!



Kommentare:

  1. Total interessant! Danke! und deine Bilder sind so sehenswert! Alle <3

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  2. Da hast Du recht, man einer hat einen tollen Fotoapparat, bringt aber keine interessanten Bilder zustande.
    Ich versuche auch immer den goldenen Schnitt anzuwenden, macht ein Bild interessanter.
    Gefallen mir, Deine Fotos.

    LG
    Brigitte

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  3. Vielen lieben Dank. Die Vorlage habe ich mir gleich abgespeichert. Deine Bilder sind wieder wunderbar.

    LG Meli

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  4. Ganz lieben Dank für Deine Erklärungen.

    Schick Dir gute Besserungsgrüße

    Elisabeth

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  5. Liebe Katja,
    erst einmal GUTE BESSERUNG weiterhin, hoffentlich tut es nicht mehr allzu weh?
    Und vielen Dank für Deine Bilder und Worte, es scheint, als würde mir das in diesem Leben nun doch noch einleuchten. Super.
    Liebste Grüße von Nina

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  6. Liebe Nina,

    ja es geht wieder besser, aber es hat diesmal ziemlich lange gedauert! *seufz*

    Einen lieben Gruß

    Katja

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Schön, dass du hier bist. Ich freu mich sehr über ein nettes Wort oder zwei oder drei :-)