06.06.2012

Ausflüge in die Fotografie #2 - Schärfentiefe




Nachdem es einen ersten kleinen Ausblick zur Aufteilung eines Bildes gab, möchte ich nun einen für mich sehr wichtigen Punkt in der Bildgestaltung ansprechen - die Schärfentiefe.

Denn je nachdem, welche Botschaft wir dem Betrachter mit unserem Bild überbringen wollen, können wir diese bewusst einzusetzen, um den Blick auf ein Detail zu lenken oder aber das gesamte Bild zu schärfen.

Physikalisch gesehen werden nur all jene Punkte scharf abgebildet, die sich im selben Abstand wie das eigentlich fokussierte Objekt befinden. Da aber das menschliche Auge auch sehr kleine Zerstreuungen noch als scharf ansieht, wenn sie eine gewisse Größe nicht überschreiten, werden einzelne Punkte, die vor oder hinter dem Fokussierten liegen, dennoch als scharf wahrgenommen. (In Abhängigkeit von der Größe auf dem Ausgabemedium - Postkarte, Poster, Werbeplakat, ...)

Die Schärfentiefe gibt an, welcher Bereich vor und nach dem eigentlich fokussierten Objektem Bild als scharf wahrgenommen wird.
Neben dem Abstand zum eigentlichen Motiv und natürlich der Brennweite, die wir einstellen, kommt dabei der Blende eine überaus große Bedeutung zu.

Die Blende regelt nämlich nicht nur die Lichtmenge, die zum Aufnahmemedium (Sensor/Film) durchgelassen wird, sondern auch, dass die Strahlen mehr oder weniger stark gebündelt werden. Je weiter sie geöffnet ist, desto mehr zerstreuen sich die Strahlen und die Schärfentiefe begrenzt sich auf einen sehr kleinen Bereich vor und hinter dem Objekt. Wird die Blende dagegen geschlossen, werden die Strahlen gebündelt womit sich die Tiefe des Bereiches erhöht, in dem die Zerstreuungskreise so klein sind, dass das menschliche Auge sie noch als scharf wahrnimmt. (Die Zeichnung auf dieser Seite zeigt das sehr schön - ein bissel runterscrollen.)

Nun wird die Blendenzahl meist mit f/2,8 (Zahlenwert veränderbar) angegeben, was ein wenig zur Verwirrung führen kann. Eigentlich müsste an dieser Stelle nämlich 1:2,8 stehen, denn die Blende gibt nichts anderes an, als das Verhältnis von Größe der Öffnung zur Brennweite.

Bei gleichbleibender Brennweite gilt grob gesagt: Je größer die Blende, desto kleiner ist der Bereich, der scharf abgebildet wird.

Um dies zu verdeutlichen, habe ich mal ein paar Aufnahmen gemacht, die dies ganz gut veranschaulichen. Das eigentliche Objekt, auf das fokussiert wurde, ist der vordere Stein.



f/5


f/10


f/16



f/25

Wie man schön sehen kann, erweitert sich die Schärfentiefe, je kleiner die Öffnung wird, durch die die Strahlung auf den Sensor fallen kann.

Allerdings ändert sich damit auch die notwendige Belichtungszeit, so dass man aufpassen muss, dass es nicht zu Verwacklungen kommt, wenn man eine zu kleine Blende wählt.
Im Notfall muss man der Qualität der Bilder zuliebe mit einem Stativ arbeiten, vorallem, wenn man große Abzüge anfertigen lassen möchte.
Denn was auf einem kleinen Bild noch scharf aussieht, kann bei einem Großausdruck leicht zur Enttäuschung werden.

Probiert es mal aus und zwar in zweierlei Hinsicht: Blende im manuellen Programm verändern, während die Belichtungszeit automatisch angepasst wird. Und die Blende verändern, während die Belichtungszeit gleichbleibt - dabei wird dann die ISO-Zahl angepasst. Die Unterschiede lassen sich dann gut bei einer Vergrößerung auf 100% im Bildbearbeitungsprogramm erkennen.

Viel Spaß!

Kommentare:

  1. Wow - das ist ja klasse. Vielen Dank für die tollen Ratschläge und Fotos und meinen besonderen Dank an Mietze, die so ein tolles Model ist...

    AntwortenLöschen
  2. Ich wünsch Dir erstmal gute Besserung!
    Danke für deine tollen Tips. Mal sehen, was ich aus dem Digtalding an Bende und Belichtung rausholen kann...

    LG, Katja

    AntwortenLöschen
  3. Ich habe eine kleine Überraschung für dich, schau mal hier: http://danamasworld.blogspot.com/2012/06/liebster-blog-award.html

    Ganz liebe Urlaubsgrüße,
    Dani

    AntwortenLöschen
  4. Wow - klasse Erklärung! Die Tipps kann ich gut gebrauchen, denn meine Bilder werden immer alle wie dein letztgezeigtes, was ich aber unbedingt mal ändern möchte. Gerade bei Nahaufnahmen nervt es mich ungemein, wenn man so viel drumherum erkennen kann.
    Werde dieses Posting auch mal zu meinen Favoriten hinzufügen, damit ich es später ganz schnell wiederfinden kann ;)

    Ganz großes Dankeschön an dich für diesen kleinen Foto-Workshop! :*

    Liebe Grüße
    Su

    AntwortenLöschen
  5. Vier Tage hab ich jetzt am Stück frei
    drum hab ich Zeit und komme bei dir vorbei,
    und ich wünsche dir eine gute Zeit,
    Hoffnung, Liebe und Zufriedenheit.

    Herzliche Grüße für dich, Julie ♥
    die immer wieder gerne hier ist!

    AntwortenLöschen
  6. So... nun sreht also der Fototrainer. Mal sehen, wie ich es umsetzen kann mit der Knipse. Für die schönen Bilder habe ich ja immernoch eine liebe Freundin :).... Liebe Grüße die Krämerin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja und die liebe Freundin hat vor, mit dir mal ein paar besondere Aufnahmen zu machen. Vielleicht am kinderfreien Wochenende?

      Was deine Knise angeht, da schaun wir nochmal in die Bedienungsanleitung.

      Bis spätestens Samstag!

      Eine dicke Umarmung,

      Katja

      Löschen
  7. Liebe Katja, wäre mir doch beinahe durch die Lappen gegangen... vielen Dank für so viel Blendwerk und Schärfentiefe - war mir bisher ein Buch mit sieben Siegeln, aber seit ein paar Tagen kitzelt es mich schon und ich möchte mal runter vom Automatikmodus... Da kommen mir Deine Ausflüge in die Fotografie gerade recht! Mal sehen, wann die ersten Früchte reifen... Herzliche Grüße, Marja

    AntwortenLöschen
  8. ahh, erstens kann mein (einziges) Objektiv im Traum keine Blende 25, und zweitens bleiben meine Katzen nicht lange genug liegen, damit ich ein zweites Bild machen kann. Irgendwann gebe ich denen was ins Futter, damit sie mal 20 Sekunden liegen bleiben, wenn ich mich nähere. Bleibt das Problem mit dem Objektiv....

    Viele Grüße, Bärbel

    AntwortenLöschen

Schön, dass du hier bist. Ich freu mich sehr über ein nettes Wort oder zwei oder drei :-)