13.10.2012

Hoch, höher, ganz weit oben.

Als ich gestern in der Weltgeschichte umhertingelte, um mich einem wunderbaren Fotoauftrag zu widmen, entdeckte ich schon auf dem Hinweg eine Kolonie von Kolossen. Jene monströsen Geschöpfe, die vorallem von all denen verschrien werden, die in deren Nähe wohnen. Da ich nicht zu ihnen gehöre, erwecken diese Riesen in mir nach dieser langen Gewöhnungszeit einen gewissen Zauber und ich bin jedes Mal auf´s Neue fasziniert, wenn sie am Horizont auftauchen, sich beständig drehen und einem scheinbar zuwinken.

Zuerst aber wartete ein wundervoll sanierter Dreiseithof auf mich  - fast drei Stunden habe  ich mich dort fotografisch ausgetobt, unter den Augen der anwesenden Handwerker. Die einen fasziniert und in der Hoffnung, mit auf´s Bild zu kommen, die Anderen, die sich am Schluss bei mir versicherten, dass sie auf keinen Fall auf den Bildern zu sehen sind.

Nun wäre ich aber eine schlechte Fotografin, wenn ich Handwerker auf´s Bild genommen hätte, die ich nicht gefragt habe, und die die Atmosphäre des Hofes nicht wirklich verbessert hätten. Ebenso wie unliebsame Warmluftrohre für´s Außenzelt und diverse andere technisch anmutende Gerätschaften, die sich notwendigerweise dort tummeln.


Nach Erledigung meines Auftrages und einer kurzen Pause, ein Blick nach oben - hoffentlich hält das Wetter an ...


Auf der Heimreise erschien wieder Gigantus Maximus und dann wollte ich es wissen. Und ein paar Fotos machen, die ich für einen Wettbewerb brauche.

Dafür nehme ich durchaus auch verbotene Wege in Kauf. Denn dieser, den ich einschlagen musste, war nur für landwirtschaftlichen Verkehr zugelassen. Parken am Wegesanfang ging leider nicht und in der unmittelbaren Umgebung gab es auch keine Chance, das Auto unbeschadet abzustellen. Also war ich kurzerhand in landwirtschaftliche Mission unterwegs :-)

Ich hatte ehrlich gesagt erwartet, dass diese Energiewandler unheimliche, tosende Geräusche verursachen, die einem in den Ohren dröhnen.


Aber: Nichts dergleichen. Selbst als ich mich ganz nah an einen heranwagte, war nichts zu hören. Lautlos glitt sein dreiteiliges Windrad beständig in der Luft.

Wenn man sich ihnen nähert und nicht nach oben schaut, hat man das Gefühl, man wandere zu einem Leuchtturm. (Und wie gut der sich mit seinen Streifen den Himmelsunterteilungen anpasst :-)).


Der Blick in die Höhe jedoch verrät: Leuchtet zwar nachts auch, aber ansonsten erfüllt der Turm einen anderen Zweck.

 

Irgendwie sehen sie doch aus wie kleine Zeppeline mit Riesenrotorblättern :-)


Faszinierend, einfach faszinierend ...



Weitere Himmelsblicke sammelt Katja wie jeden Samstag bei ihrer Serie In Heaven.





Kommentare:

  1. Hallo Katja,

    lieben Dank für den "in heaven"-Tipp!

    Mich faszinieren diese Windräder auch jedes Mal und ich weiß bis heute nicht, ob ich sie schön oder störend in den weiten Landschaften finde.

    Mal anhalten und näher rangehen lohnt sich aber, wie man hier bei Dir sieht!

    Samstagmorgengrüße, Anna

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  2. deine bilder sind genauso faszinierend wie die dinger selbst! und wie hast du den schnappschuss von oben hinbekommen?
    liebste wochenendgrüße von birgit

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    1. Meinst du das vorletzte Bild? Das ist mit nem 250er Teleobjektiv entstanden.

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  3. Schöne Monster hast Du eingefangen...! Ich bleibe trotzdem skeptisch. Vor Jahren brummten sie mir einmal halb die Ohren weg. Den Vögeln gar den Orientierungssinn. Trotzdem: fasziniert bin ich auch. Erst recht, wenn sie vor solch einer Himmelskulisse stehen.

    Dann mal toi toi toi fürs Möppel. Macht ja auch ganz schön was mit mit Dir. Landwirtschaftliche Wege und so... ;-) LG, marja

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  4. Danke für dieses kleine Abenteuer :-)
    LG Judy

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  5. Schöne Bilder...vom Dreiseitenhof hätte ich dann auch gern noch weitere gesehen...LG Lotta.

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    1. Die kommen noch, versprochen. Zuerst muss ich sie für den Auftraggeber aufbereiten und dann kann ich was davon zeigen.

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  6. Wow, deine landwirtschaftliche Mission hat sich 100% gelohnt! Wie immer wahnsinnig tolle Bilder! Liebe Grüße

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  7. Ja, aus der Nähe sind diese Windräder wirklich beeindruckend. Tolle Bilder hast du uns da von deinem Ausflug mitgebracht. Vor allem kann man sich gar nicht vorstellen, wie groß eigentlich die "Führerhäuschen" zwischen den rotierenden Flügeln sind. Wobei - im Dunkeln finde ich es ja manchmal ganz schön unheimlich - diese rot blinkenden Augen ;)
    Liebe Grüße
    Daniela

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    1. Gäbe aber bei einer kurzen Langzeitbelichtung auch ein tolles Bild :-) Das Dumme ist nur, dass ich sie ja meist von der Autobahn aus sehe und da kann man schlecht mal eben für ein Nachtbild anhalten ;-)

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  8. Ich finde auch, es gibt schönere Ausblicke am Horizont und bin deshalb ein Fan der Offshore-Idee, aber wenn man den sinnvollen Aspekt betrachtet, dann bin ich gern bereit, sie in Kauf zu nhehmen, würde mir nur wünschen, sie würden gebündelter aufgestellt, um manche Ausblicke auch noch natürlich zu halten. Aber als technische Bauwerke finde ich sie auch faszinierend und Du hast sie toll eingefangen.
    Ich freue mich, dass Du wieder dabei bist, bei der Sammlung der schönsten Bloggerhimmel hier:
    pinterest.com/dieraumfee/in-heaven

    Hab ein schönes Wochenende!
    Herzlich, Katja

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    1. Liebe Katja,

      das war ein ganzer Park voller Windräder, aber ich hab nur die Einzelbildkompositionen herausgekramt, die anderen gefielen mir nicht so :-)

      Bei diesen Monstern muss man den Energieeffekt betrachten, sonst wirken sie nur störend. Es gibt wohl kaum eine Landschaft, die durch diese Parks optisch aufgewertet wird.
      Allerdings gebe ich dir recht, offshore sind sie wohl auch wesentlich effektiver - die Tage, an denen es in Küstenregionen nicht windelt, kann man an zehn Fingern abzählen.

      Und dennoch hatte es gestern etwas ganz Magisches.

      Einen lieben Gruß,

      Katja

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    2. Ich hab Dir eine Mail geschickt mit den Feuerwerks-Automatik-Einstellungen, vielleicht hilft das weiter.
      LG, Katja

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    3. Es wurde eine Katze, klar. :-)
      Aber das Tier, an dem er grade schnitzt, ist ein Hirsch, der war vor uns dran.

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  9. Herrliche Fotos! Besonders das Foto, auf dem nur der untere Teil des Windrads zu sehen ist - und das dann noch in grün! Da hat mans doch sozusagen grün auf weiß, wozu die Dinger gut sind. Und, ich muss ja zugeben, ich finde sie auch hübsch und bis jetzt noch nie störend in der Landschaft. Im Gegensatz zu den alten Überland-Strommasten, die es hier in der Region noch recht oft zu sehen gibt ... und ja (das hab ich bei mir ausführlicher beantwortet), die Berge hinter den Masten betrachtet man nicht mehr den ganzen Tag staunend, wie noch zu Beginn... :)

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  10. Mir gefällt auch das Foto mit der Tür am besten. Es hat etwas wirklich Einladendes.
    Es stimmt schon, dass die Landschaft nicht unbedingt schöner wird mit diesen Riesen. Aber für mich ist jeder dieser Masten auch ein kleiner Funken Hoffnung. Lieber Felder voller Windräder als so ein olles AKW am Horizont, oder?

    Liebe Grüße von Kirstin

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  11. Wow, richtig tolle Bilder!
    Echt wahnsinn..

    Ich habe dich getaggt :) Schau mal vorbei bei mir ;)
    Liebe Grüße
    Kerstin

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  12. Herrliche Bilder!!! Danke! zum genießen!!! - übrigens hatte ich mal das Glück von meinem Bruder in so eine Maschine mit hinein genommen zu werden und oben aus der Luke zwischen den Rotorblättern hinausschauen zu dürfen... das hat was! hätte dir auch gut gefallen, glaube ich. Die Bilder hab ich mal ganz am Anfang meiner Bloggerei eingestellt, aber deine sind professioneller , )
    ganz liebe Grüße, von der JULE

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Schön, dass du hier bist. Ich freu mich sehr über ein nettes Wort oder zwei oder drei :-)