28.04.2014

My Monday Mhhhhhh #63 mit ungarischen Kindheitserinnerungen

Es ist fast 38 Jahre her, als ich einen Sommer im schönen Ungarn verbringen durfte. Die Erinnerungen daran bestehen vorwiegend aus alten Fotos und dem niemals vergessenen Dackel am Urlaubsdomizil. Hunde hatten und haben eine magische Faszination für mich.

Alles was vier Beine hat und irgendwie nach Hund aussieht, musste gestreichelt werden. Da kam ich nicht umhin. Und gebe zu: Auch heute noch bin ich diesem Völkchen erlegen. (Irgendwann mal ... noch gibt es hier zwei Kater.)

Der Sommer damals war schön. Badestrand, Sonne, Weinberge, unbeschwerte Kindheit eben.

Woran erinnert man sich aber wirklich, was ist im Herzen geblieben aus den Zeiten und was kramt man hervor aus den Fotoalben?

Unauslöschlich war eine Speise, von der ich jahrelang gar nicht mehr wusste, was es ist. Aber der Geruch hatte sich festgesetzt. Hatte sich verknüpft mit durchweg schönen Zeiten und war nicht mehr wegzuspülen.

Und er holte mich ein. Irgendwann vor vielen Jahren, als sich die innerdeutsche Grenze geöffnet hatte und ich frisch fröhlich über den Weihnachtsmarkt schlenderte, war er wieder da und schob mir sofort alle abgespeicherten Bilder jener Zeit herüber. Also ging ich, wohin mich die Nase trug und brachte mich an einen Stand, der mit großem Schriftzug für ein grandioses Stück Kindheit warb:

Lángos


Es schmeckte genauso gut, wie es all die Jahre im Gedächtnis haften geblieben war. Und fand neulich den Weg auf unsere Teller, als ich eine kleine Horde toller Kinder zu verköstigen hatte. Ideal, denn Langos macht pappesatt. Trotzdem hatte ich mal wieder für ein ganzes Batallion vorgesorgt.

Ihr benötigt für den Teig:

500 g Weizenmehl
1 Würfel Hefe

250 ml lauwarmes Wasser
100 ml lauwarme Milch
2 TL Zucker
Salz
Öl zum Frittieren

Für den Belag:

Butter & Knoblauch sowie etwas Salz

oder

200g Schmand
200g saure Sahne
3 Knoblauchzehen
Hinterkochschinken
Käse
Salz/Pfeffer

Die saure Sahne und den Schmand in eine Schüssel geben, den Knoblauch pressen und dazugeben. Alles verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und eine Stunde gut durchziehen lassen.
Den Hinterkochschinken in kleine Stücke schneiden und kühlstellen.

Für´s Langos die Milch leicht erwärmen. Die Hefe in eine kleine Schüssel zerbröckeln, lauwarme Milch und Zucker zugeben und die Mischung glatt rühren. Das Mehl in eine Schüssel geben, Hefemilch und lauwarmes Wasser dazu gießen. Alles vermischen und ½ TL Salz dazugeben. Jetzt den Teig kräftig kneten. Sollte er an den Händen kleben, so lange vorsichtig Mehl unterkneten, bis er sich gut verarbeiten lässt. Sobald er glatt und fest ist, die Schüssel mit einem Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort ca. eine Stunde gehen lassen.

In einem großen Topf oder einer tiefen Pfanne das Öl erhitzen (ich hab´s im Wok gebruzzelt, was hervorragend geklappt hat!). Die Hände ein wenig einölen, vom Teig kleine Stücke abreißen und zu flachen Fladen in der Hand drücken und ziehen. Bestenfalls sollten die Ränder etwas dicker bleiben. Die Fladen in das heiße Öl geben. Jedoch immer nur so viele, wie nebeneinander in der Pfanne Platz haben. Da sie ziemlich aufgehen, eher zu wenig als zu viel. Sobald die eine Seite Farbe bekommen hat, mit Pfannenwendern umdrehen und fertig backen.
Auf Küchenkrepp abtropfen lassen, mit der Creme bestreichen und ganz nach Belieben mit Hinterkochschinken oder Käse bestreuen.

Wer es lieber fleischlos mag, der kann sich stattdessen die Butter zerlassen, die drei gepressten Knoblauchzehen hineingeben und mit dieser Mischung den Lángos bestreichen. Dazu noch ein wenig salzen und genießen!

Guten Appetit!

Wie gut, dass ich fast die dreifache Menge angesetzt hatte, die Kinder liebten es allesamt und aßen zum Teil vier, fünf Stück - allerdings waren unsere auch nicht so groß wie jene von den Jahrmärkten.

Und bei euch?



Kommentare:

  1. Jaaaa, die kenne ich! Ich habe hier in Brüssel mal mitgeholfen an unserer Europaschule das Schulfest vorzubereiten und hatte im Team auch einige Ungarinnen! Wir hatten in der Schulkantine aus allen 10 Nationen Teams von Eltern, die landestypische Gerichte anboten und darunter natürlich auch die Langos! Lecker, aber da ich die anderen sieben Nationen auch noch durchprobieren wollte, musste ich mich zurückhalten noch ein zweites zu essen!
    Tolle Kinderbilder sind das und das mit een Hunden kann ich gut verstehen! Ich kann an keinem Hund vorbeigehen, ohne ihn anzuschauen und seine Reaktion zu testen!
    Liebe Grüße
    Sandra

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  2. Liebe Katja, bei mir sind die Langos eher winterlich besetzt... Seit ca 2 Jahren hat es am Weihnachtsmarkt in Essen jeweils einen Langos-Stand und weil auch vegetarische Varianten angeboten werden, sind wir jedes Jahr einmal dort anzutreffen! Liebe Grüsse, Miuh

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  3. Liebe Katja,
    ich kenne Langos von Volksfesten, dick bestäubt mit Puderzucker, so dass beim Hineinbeissen die ganze Jacke weiß bekleckert ist. Lecker schmecken sie immer, werde Dein Rezept testen.
    herzlich Judika

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  4. Schöne Kindheitserinnerungen und ein mir neues Rezept, danke dafür.
    Liebe Grüße
    Kebo

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  5. Wie gut kann ich das verstehen. Ich war zwei mal in Ungarn und dort war das Liebe auf den ersten Biss. Hier muß ich mich schwer behrrschen, wenn ich an solch einem Stand vorbeikomme, nicht alle sind gleich gut.aber ich liebe es! selbtgemacht habe ich es allerdings noch nie. Vg kaze

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  6. Liebe Katja
    Toll! Diese Langes esse ich immer in Zürich auf einem speziellen Markt! Nun habe ich dank dir das nötige Rezept und kann sie zuhause nachbacken. Ich wuchs mit Dackeln auf und meine Eltern haben immer noch einen.
    Liebste Grüsse
    Melanie

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  7. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen..., ich kenne diese ungarischen zwar nicht, bin aber sofort erinnert an die auch in der Pfanne gebackenen Hefeküchlein meiner Mutter... Die gab's mit Apfelmus, der Duft steigt mir jetzt auch in die Nase... Die Kinderbilder sind so schön!!! Ferienkinderfreuden... Lieben Gruß Ghislana

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  8. Ach wie schön, gibt es aus Gründen natürlich bei uns auch hin und wieder, in unserem Rezept ist allerdings Joghurt drin. Mögen wir alle sehr :)

    Guten Appetit!

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  9. Oh ja, Ungarn und Langos gehören unbedingt zusammen und die hinterher klebrigen Knoblauchfinger dazu... Das Rezept werde ich bestimmt mal probieren.
    Herzliche Grüße,
    Malou

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  10. LECKER! LANGOS! Das liebe ich auch!
    LG Judy

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  11. Langos kenne ich nur von Jahrmärkten. Danke für das tolle Rezept

    Liebste Grüße zu dir :-)

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  12. hach, da könnten wir fast zur gleichen zeit in ungarn gewesen sein, liebe katja. langos mag sich auch sehr, sehr gern - am ungarischen stand auf der kieler woche - hab sie aber noch nie selbst gemacht. danke für's teilen.
    lg und einen schönen abend
    mickey
    p.s. heute sage ich auch mal ein ganz, ganz herzliches und dickes danke schööööööön!.... dass du uns hier jeden montag so eine leckere plattform für unsere rezepte gibst :-)

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  13. Hallo Katja,
    ausnahmsweise habe ich heute noch einen Post verlinkt, er schlummerte als Entwurf fast ein Jahr und wollte heute unbedingt ans Licht.
    Die alten Kinderbilder von Dir sind klasse, das wollte ich gestern schon schreiben.

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Schön, dass du hier bist. Ich freu mich sehr über ein nettes Wort oder zwei oder drei :-)