09.06.2012

Kochrezept

Man nehme ein Gymnasium, melde dort sein Kind an, gebe noch zwei Ausweichgymnasien zur Auswahl dazu (O-Ton der Direktorin: "Geben Sie lieber noch ein drittes Gymnasium an, sonst bedeutet das, dass Sie ihr Kind auf jedes Gymnasium schicken würden!") und warte geduldig, bis der Entscheidungstermin heran ist. Dann öffne man den Brief und lese - erst mit Bedauern - dass das Wunschgymnasium abgelehnt hat und dann - mit stetig größer werdender Wut - dass die Direktorin die Anmeldung einfach an ein Gymnasium IHRER Wahl geschickt hat!
Und um das Ganze perfekt zu machen: An diesem Gymnasium wurde das Kind tatsächlich mit offenen Armen empfangen.

An der Suppe stimmen aber die Zutaten gewaltig NICHT!

1. Wir haben uns für ein Gymnasium erster Wahl entschieden, weil es a) in unserer Nähe liegt, b) es ein naturwissenschaftlich-künstlerisches Profil hat und c) uns dieses Gymnasium nach Besichtigung am Tag der offenen Tür am meisten zugesagt hat.

2. Wir haben uns für ein zweites Gymnasium entschieden, das ebenso unseren Wünschen für unser Kind entspricht!

3. Wir haben in Eile noch ein drittes gefunden, das wir zwar nicht besichtigt, aber vom Profil her unseren Vorstellungen entsprechend fanden.

4. Wir sind davon ausgegangen, dass, wie man uns extra gesagt hat, die Anmeldung, sofern sie im ersten Gymnasium keine Berücksichtigung findet, ans zweite/dritte weitergereicht wird.

5. Wir sind nicht davon ausgegangen, dass diese zwei weiteren Gymnasien nun gar keine Anmeldung vorliegen hatten und demzufolge diese auch nicht berücksichtigen konnten/können und nun wahrscheinlich auch schon überfüllt sind!

Ich KOCHE!


Kommentare:

  1. Als ich mich 1999 am Gymnasium angemeldet habe, musste ich auch 3 Wünsche angeben. Das erste hat ausgelost, ich war nicht dabei. Das zweite sollte geschlossen werden und nahm deshalb keine neuen 7.klassen und das dritte war schon voll. An einem Gymnasium, von dem ich bis dato nicht gewusst hatte, dass es das dort gibt, wurde ich angenommen. Es war keiner meiner Wünsche, sondern ein nicht abgesprochener Vorschlag von wer-weiß-wo.... am Ende war alles gut und ich war zufrieden dort. Aber geheult habe ich bittere Tränen, als ich das zuerst erfahren habe....

    AntwortenLöschen
  2. Das kann ich gut verstehen, ist doch unglaublich, wie ignorant mit den Wünschen der Eltern umgegangen wird. Zum Glück trifft uns das Problem nicht, da unsere Tochter auf die Waldorfschule geht! Ich drücke dir alle Daumen, dass sich doch noch ein Weg findet!
    Ganz Liebe Grüße,
    Dani

    AntwortenLöschen
  3. Ja, eine freie Schule würde ich mir für unser Kind auch wünschen, aber da spielt der Kindesvater leider nicht mit. Obwohl es hier eine sehr, sehr gute Schule gäbe, die der sehr sensiblen Seite unseres Kindes gerecht werden würde.

    AntwortenLöschen
  4. Oh je... das zugewiesen Gymnasium ist fahrtechnisch erreichbar?...entspricht wenigsten in einigen Teilen deiner / eurer Vorstellung?
    Ansonsten bleibt noch der Weg des Einspruches.
    Unser Kind ist am Wunschgym. angenommen (aber in C. hat die Zahl der Anmeldekinder mit den tatsächlichen Plätzen an allen Gym. gepasst - toll, nicht wahr?)
    Wir wechseln ja von ner freien Schule auf eine staatliche... ich bin megagespannt.
    LG Anja

    AntwortenLöschen
  5. Bei uns gibt es nur ein Gymnasium im Umkreis von 15km. Mehr ist für viele Schulkinder streckenmäßig auch gar nicht möglich, so dass man nur die Wahl zwischen diesem Gymnasium oder einer Realschule hat. Das ist einerseits gut, wenn man sich hier anmeldet, bekommt man auch einen Platz. Die Schule hat das einfach so zu machen. Andererseits sind die Klassen oft überfüllt, als ich angefangen hab, waren wir 3 Klassen á 34 Schüler - die Hauptschulklasse dagegen hatte nur 15 Schüler - und es gab jahrelang Platzprobleme, so dass die Oberstufe das Hauptgebäude eigentlich nicht mehr von innen gesehen hat.
    Natürlich ist es schade von der Wahlschule abgelehnt zu werden, aber ich habe in den sieben Jahren Gymnasium gelernt, dass eine Schule ihren wahren Charakter erst zeigt, wenn man schon angenommen ist, sowohl positiv als auch negativ.
    Ich hoffe für euche, dass ihr es vielleicht doch noch ganz gut erwischt habt =)
    LG Eule
    P.S. Eine Waldorfschule ist aus Elternsicht und auch sonst so vielleicht die pädagogisch wertvollste, aber ich würde mir wirklich überlegen, ob das auch psychisch machbar ist. Waldorfschulen sind unter Jugendlichen nunmal unglaublich verpönt und gerade in Zeiten von Facebook und Co. kann ich mir vorstellen, dass dein sohn es dann schwer haben wird, sich selbsbewusst durchzusetzen.

    AntwortenLöschen

Schön, dass du hier bist. Ich freu mich sehr über ein nettes Wort oder zwei oder drei :-)