28.07.2014

My Monday Mhhhhhh #73 - still ruht der See.

Man o man.
Wo ist die Zeit nur hin?
Im letzten Vierteljahr ging sie nicht schneller als sonst dahin, aber fröhlicher, lebendiger als in all den Wochen zuvor. Denn nach meinem beruflichen Disaster Anfang des Jahres hatte ich den Lebensplan ein wenig korrigiert und mich frohen Mutes von April bis Juli in ein Praktikum geworfen. Um wieder hineinzuspringen in das große Abenteuer Architektur. Um wieder anzukommen in jenem Beruf, in dem ich doch einst so gerne zuhause war.
Und nichts hätte besser sein können als diese Entscheidung!
Schon das erste Projekt führte mich mit großartigen Firmen zusammen, ließ mich mit Menschen zusammenarbeiten, die ich sehr zu schätzen lernte und von denen ich eine Menge lernen konnte. Ich mag an unserem Beruf dieses Zusammenspiel mit anderen Menschen, den Austausch, das Lernen, die Erweiterung des Horizontes, die man täglich darin erfährt.
Und ich liebe die kleinen, besonderen Projekte, die sich klammheimlich auf den Tisch schmuggeln, in denen sich zwei Leidenschaften verbinden lassen. In dem der erlernte Beruf mit dem größten Hobby zusammenfließen und mich durch unentdeckte Welten alter Fabrikhallen steigen lassen und mir dieses grandiose Gefühl von Atemlosigkeit verschaffen, wenn ich Räume betrete, in denen viele Jahre zuvor Menschen gearbeitet haben, in denen man das Leben noch spürt, das einst dort herrschte.



Dabei mit Kollegen zusammen zu arbeiten, die netter und offenherziger nicht sein könnten, Chefs an der seite zu haben, die einem zu jeder Zeit auf all die Fragen Antworten bieten konnten und die von ganzem Herzen die Arbeit würdigten, die ich ablieferte, all das tat so gut in den letzten Wochen. Es war eine reine Wohlfühlzeit, in der ich morgens beschwingt mit meinem Rad meine 20 Minuten zurücklegte, um frohgelaunt mit der Arbeit zu beginnen.

Je näher das Ende dieser Zeit rückte, desto schwerer wurde mir ums Herz. Wer verlässt schon gern einen Platz, an dem er sich wohlfühlt, an dem er geachtet und geschätzt wird und das Lachen die anderen ansteckt?

Und manchmal meint es das Leben so gut mit mir. Darf ich also ab November diesen Radelweg als meinen täglichen Begleiter sehen, darf ich auch in Zukunft mit den Kollegen lachen und lernen, in Tabellen zusammenzählen, welche Fenster neu eingebaut werden müssen und wo zuvor wieviel Mauerwerk durch kräftige Abrissmänner beseitigt werden.

Doch bevor ich nach all den vielen Jahren mit Selbständigkeit, Badplanung und ohne Jobs endlich wieder ganz in die Architektur zurückkehre - und das von ganzem herzen, bevor ich mich jeden Tag auf so wunderbare Kollegen und Cehfs freuen kann, heißt es erst nochmal Schulbank drücken. Acht Wochen lang den Versuch starten in hochkomplexe Zeichenprogramme einzusteigen. Und diese auch noch mit einem virtuellen Klassenzimmer. Ich bin sehr gespannt!

Zwischendurch übrigens hatten die beiden wilden Kerle dieses Hauses ihre Jährung.

Groß sind sie geworden und so fantastische Jungs! Könnte ich die Zeit anhalten, ich würde es sofort tun. Mit jedem Tag verstehe ich mehr, weshalb es immer heißt, man muss jede Minute mit ihnen genießen, denn sie werden so schnell groß. Trotzdem wir uns alle auch ganz grandios an den Ecken und Kanten aller aufreiben können, ist es eine wunderbare Familie, die wir drei bilden. Nach all den Jahren so mancher verzweifelter Alleinerziehungsversuche kann ich gerade weg sagen, dass wir eine wunderbare Familie sind. Ich klopf mir einfach mal selbst auf die Schulter (und in diesem Sinne auch all den anderen Alleinerziehenden, die wissen, wovon ich spreche).

Neulich zum Beispiel, als ich ziemlich müde auf dem Sofa gelümmelt habe und dabei eingeschlafen bin, schlichen sich die Jungs in die Küche und versuchten, das Klappern der teller so leise wie möglich zu gestalten, deckten den Abendbrottisch und weckten mich dann zu einem sommerlichen Abendmahl, wie es schöner nicht sien könnte. Denn bei den Temperaturen hält man es sowieso nur mit viel Gemüse aus.



Und mit Experimenten in flüssiger Form.

Jetzt wünsche ich mir als einziges in dieser Zeit, dass meine Schreiblust wieder ein wenig zurückkehrt. Denn momentan flaut es vor sich hin und ich habe das Gefühl, nichts wirklich Wichtiges mehr schreiben zu können, reihe mich also ein in die hier und da vorherrschende Blogunlust, auch wenn es mir so gar nicht gefällt. Vielleicht muss es aber auch so sein, um dann, wenn die Tage wieder kürzer werden mit neuen Ideen zurückzukehren.

Ich hoffe, ihr genießt den Sommer und könnt die Seele mal so richtig baumeln lassen!

Oder habt ihr bei diesen Temperaturen etwa in der Küche gestanden und gezaubert? Falls ja, dann immer her damit, vielleicht ist da ein oder andere doch genau richtig, um sich abzukühlen!

08.07.2014

Mach was draus!


Tu was du liebst!
Und es kehrt zu dir zurück.

So ähnlich trug es sich neulich zu, als ich neulich auf dem Weg zur Arbeit den ehemaligen Lebensgefährten traf und er mich um meine Mithilfe bei einer Badplanung bat. "Könntest du da mal einen Entwurf ....?"
Ich konnte zumindest nicht nein sagen, obgleich sich meine Aufgabe darauf beschränkte, Produkte herauszusuchen. Für Menschen, die ich nicht kenne.
Nicht die leichteste Aufgabe, aber mit geschickter Fragestellung an den Architekten war einiges an wichtigen Informationen herauszufiltern. Und drei Jahre Mitarbeit in der Badplanung machten sich bezahlt. Zahlreiche Gespräche zwischen meiner damaligen Chefin und den Bauherren, viele Entwürfe, die über meinen Tisch gingen und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Firmen trugen dazu bei, dass ich eine Zusammenstellung von Produkten arrangieren und diese in einer kleinen Skizze für die Bauherren präsentieren konnte.

Die Tatsache, dass wie so oft in Architektenentwürfen zu wenig Platz für Bäder vorgesehen wird, macht es nicht leicht. Manch einer vergisst sogar eine simple Vorsatzwand und wir dürfen dann sehen, wo Leitungsrohre, Spülkästen und diverse andere "Kleinigkeiten" versteckt werden, die man benötigt, um den täglichen menschlichen Bedürfnissen nachzugehen.

Dennoch hat es Spaß gemacht, im großen Produktedschungel das Feinste herauszupicken und in einer Sache zusammenzuführen. Ein bissel wenig zeit war´s wieder, wie so oft. Davon hätt ich das nächste Mal gern mehr, um es zu perfektionieren.
Dank Photoshop war aber zumindest schon ein Großteil der Arbeiten eine echte Erleichterung. Denn so gern ich per Hand zeichne, so zeitintensiv sind dann die Ausbesserungen dabei.



Ich bin gespannt, was die Bauherren sagen.

Übrigens bin ich bei solchen Aufgaben gern dabei, meine Weiterempfehlung auszusprechen. Firmen, die mich in den drei Jahren Badplanung überzeugt haben, mit denen ich gern zusammen gearbeitet habe, die menschlich und fachlich top waren, die werden in solchen Projekten unauffällig und uneingeschränkt beim Bauherren beworben. Denn nichts ist schöner, wenn man mit gutem Gewissen gute Arbeit anpreisen kann.
An dieser Stelle zeigt sich nämlich immer wieder die Macht der Mundpropaganda, die ich immer noch für die beste Bewerbung guter Arbeit halte. Denn sie spricht ganz allein für sich!

07.07.2014

My Monday Mhhhhhh #73


Manche Menschen nutzen das Wochenende zum Erholen, ich meinerseits habe ich die Mischung aus Arbeit und Freude am Kreativsein genutzt und gefühlt einhundert Kinder geschminkt.
Anlässlich des 20jährigen Jubiläums von Infineon durfte ich nicht nur im Vorfeld ein paar kleine Illustrationen entwerfen, die die Kinder vor Ort ausmalen und als Button mit sich herumtragen konnten, sondern bei den Feierlichkeiten Blumen, Herzen, Tiere, einen Spiderman und am Schluss sogar einen Yoda in Kindergesichter zaubern. Mal davon abgesehen, dass eine Biertischgarnitur im wahrsten Sinne des Wortes weder sitzfleischschmeichelnd noch knochenfreundlich ist, hatte ich eine Menge Spaß und es zeigen sich bestimmte Motive, die ich so ganz allmählich in- und auswendig kann.

Auf dem abendlichen Heimweg wünschte sich der große Monsieur auf dem ausklingenden Fest von der Suppenbar noch eine Zuppa aus der Flasche:

Sächsische Gurkensuppe


Da kann ich nur DANKE sagen. Denn dieses feine Süppchen hat nicht nur meinen Tag erfolgreich abgekühlt (wir sprechen von 35°C am Abend), sondern auch noch frischfröhlich erhellt, denn welch ein Gaumenschmaus!

Nun habe ich mir im Laufe der Jahre eine gewisse Kühlschrankvorratshaltung angewöhnt, die dafür sorgt, dass einige Nahrungsmittel in unseren täglichen Bedarf aufgenommen wurden und sie somit stets zur Verfügung stehen: Naturjoghurt, süße und saure Sahne, Quark, Gurken, Tomaten, diverses Obst ...

Das wiederum hat den gestrigen Abend gerettet, denn natürlich wünschte sich der große Monsieur, dass ich abends ein solches Süppchen bereite. Dank seiner wenigen Bestandteile, konnte man alles herausschmecken: Salatgurken, Naturjoghurt, saure Sahne, Salz, Pfeffer und - wer mag und kann - Knoblauch. Zugunsten meiner lieben Arbeitskollegen verzichtete ich auf Letzteres.

Drei Gurken schälen und mit der kleinen Reibe raspeln oder aber im Mixer zerkleinern.


Zwei große Becher Naturjoghurt sowie zwei Becher saure Sahne zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und gegebenenfalls den gepressten Knoblauch unterrühren. Kräftig mit dem Pürierstab durchmixen und dann am besten ein, zwei Stündchen im Kühlschrank durchziehen lassen und kalt servieren.

So, so fein!


Ich hoffe, ihr hattet ein hochkulinarisches Wochenende!

30.06.2014

My Monday Mhhhhhh #72


Manchmal kommt es anders als man denkt!

Denn dieses Wochenende überraschte zugegebenermaßen mit einem Tatendrang, der hier ausufernde Maßnahmen walten ließ.
Samstagvormittag packte es mich und ich begann nach dem bisher nur dem Ordnungsschaffen geschuldetem Herumwurschteln in der Wohnung unser Arbeitsschlafwohnzimmer auf den Kopf zu stellen. Solche Angelegenheiten sind keine Fünfminutenjobs, nein, sie ufern dann in einer Mischung aus Ausmisten, Umräumen und alles, was bleiben darf, wieder an seinen Platz räumen in wahre Chaosorgien aus.
So wurden aus meinem Kleiderschrank massig Klamotten ausrangiert. Was beherbergt man nicht alles über die Jahre ... Kleidungsstücke, von denen man meint, man würde sie jemals wieder tragen und solche, die an Abgenutztheit schon nicht mehr zu überbieten sind, in denen man sich noch nicht mal mehr zur Arbeit im dunkelsten Winkel auf der Streuobstwiese sehen lassen wöllte. Und doch behält man sie, nur weil das Herz warum auch immer dran hängt.
Kleidung, die ordentlich anzusehen war, wanderte in den Klamottensack für die Dresdner Tafel, einige verwertbare in die Recyclingkiste und die prall gefüllte "Wir suchen die zweite passende Socke"-Tüte ungesehen in den Müll.

Nach gefühlt hundert Kilometern, die ich an diesem Wochenende in der Wohnung hin und her gelaufen bin oder zum Müll oder zur Papiertonne, kam das Möbelrücken, Stöffchenstreicheln und endlich dafür sorgen, dass die Zimmermitte freiliegt und wir so etwas wie ein Sofa haben.

Auf 25 m² drei "Funktionsbereiche" unterbringen zu müssen, erfordert Kompromisse.
Der meine liegt darin, dass ich mich von den zwei geliebäugelten Sofas (von INNOVATION & Peter Hvidt) verabschiedet und für die Selbst-ist-die-Frau-Variante entschieden habe.
Die kommt zwar absolut nicht stylisch herüber, löst aber mein Stoffbeherbergungsproblem.
Einem Expedit eine kleines Podest gebaut, das Regal liegend darauf lagern, Stoffe einsortieren und Deckel drauf.

Oben auf eine Schaumstoffmatratze, die, wie es der Zufall manchmal will, jemand über die Kleinanzeigen unserer Stadt verkaufte. Die konnte ich passend zuschneiden und mit der Tagesdecke umhüllen.

So haben wir endlich eine freie Zimmermitte, eine Kuschelzone, die nachmittags sonnenbeschienen ist und sich zum Lesen hervorragend eignet und meine Lagerhaltung funktioniert.

Demnächst gibt es für die Matratze einen ordentlichen Sofabezugsstoff und dann passt das.

Die Kater fanden die ganze Geschichte irgendwie klasse und so hat sich jeder sein Plätzchen im Tumult gesucht.



Was das Ganze nun mit dem Montagsgericht zu tun hat?

Ganz einfach:
Ich bin zu nix gekommen, weil hier alles Kopf stand.

Aber ich hoffe, ihr wart fleißig, so dass ich mich von euren Köstlichkeiten inspirieren lassen kann.

24.06.2014

Was tun, wenn der kleine Monsieur die Lieblingsfußballmannschaft wechselt?

So geschehen irgendwie irgendwo irgendwann in den letzten Monaten, als sich seine Fanzugehörigkeit von Bayern München plötzlich zu Borussia Dortmund verlagerte.

Als unwissende Mutter eines Fußballkindes habe von den meisten Spielern keine Ahnung, finde nur den einen oder anderen besonders gut spielend, mag Manuel Neuer als Torwart und Mensch und werde bei dem momentan laufenden WM-Spielen immer daraufhin gewiesen, ich solle nicht so laut anfeuern und nicht bei jedem schönen Fußballer sagen, dass ich ihn außerordentlich attraktiv finde. Pffff - ich darf das.
Mir ist es also ehrlich gesagt ziemlich schnuppe, welchem Verein er anhängt, wenn er nicht zum Hooligan mutiert.

Nun jährt der kleine Mann in Bälde und somit sollen auch die Geschenke seiner Leidenschaft geschuldet würdig verpackt werden.

Das rief eine Eigenproduktion vom Geschenkpapier auf den Plan, denn ein gewisser enormer Geiz für teures Papier und vielmehr der Reiz am Selberproduzieren ließen mich die Schnittmesser herauskramen und einen Stempel zaubern.

Dann braucht es nur noch einfaches gelbes Geschenkpapier und schwarze Acrylfarbe, einen kleinen Schwamm und Freude am Musterstempeln.


Die Striche auf der Rückseite des Stempels helfen, dass das Logo gerade sitzt.
(Auf den Trick hätt ich ja mal gleich kommen können ... hmpf!)
Und während man das Ganze blogfreundlich fotografiert, löst sich die oberste Schicht des Papiers in Wohlgefallen auf und liefert ein einzigartiges Logo inmitten des erschaffenen Borussia-Dortmund-Geschenkpapiers. Na prima!

Somit werden die Geburtstagsgeschenke, borussiaFANig verpackt, den kleinen erstmals Schnapszahligen überraschen.
Meine Leidenschaft für´s Stempeln hab ich wieder entdeckt und schicke diesen zugegebenermaßen farbunfreundlichen - ich gewöhne mich nie an Schwarz-Gelb in Kombination - Beitrag auf die Reise zu Ninas letztem Upcyclingdienstag  vor der Sommerpause und den Kreativen vom Creadienstag.

Nachtrag:

So ein BVB-Knallbonbon hat was!